1. Ultraschall

9.2.2016 – Zyklustag 6 – Stimutag 5 

Zuerst musste ich zur blutabnahme zur Bestimmung des LH Wertes. Danach durfte ich wieder warten. Irgendwann würde ich aufgerufen. Die Ärztin fragte wie es mir ginge, ich erzählte von ziehen und zwacken und dass ich das einfach mal als gutes Zeichen gedeutet habe. Ein Blick auf den Ultraschall und sie sagt „Da haben sie das ziehen und zwacken richtig gedeutet“ 

Es sind Follikel von Ca 6 mm zu sehen, was für den Stimutag Vollkommen in Ordnung ist. Da ich das puregon erst 1 Stunde vor dem Termin Ca gespritzt habe befinden wir uns ja quasi noch an Stimutag 4. Ich bekomme noch einmal 600 Einheiten puregon aufgeschrieben und habe somit Hormone für die nächsten 5 Tage (Also bis Sonntag). Außerdem kommt Orgalutran zur Unterdrückung des Eisprungs dazu. Nächster Ultraschalltermin ist am Freitag. Am Donnerstag ist der Termin bei den Anästhesisten. Und sie lies noch anklingen dass ich früh genug kommen solle zur blutabnahme damit die Blutwerte noch Freitag Da sind „falls wir Sie am Wochenende herbestellen“.

Es bleibt also spannend. Ich rechne mit Punktion Montag oder Dienstag, wenn alles gut geht. 

Außerdem habe ich noch einmal das Embryoskop angesprochen. Aber dazu später mehr. 

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Und plötzlich ist man mitten drin

Als ich am Freitag in die Kiwu Klinik ging hatte ich geplant abends mit der ersten Spritze für die stimulationsphase der ICSI anzufangen. Aber da es ja meistens anders kommt wie geplant… Ich holte das Medikament und sollte nochmal ins Labor dort wurde mir dann die erste Spritze gesetzt und damit auch direkt gezeigt wie es funktioniert. Trotzdem war ich leicht überfordert und es waren auch ein paar Hemmungen da die Spritze in den Bauch zu „hauen“. Aber was muss das muss und so befinde ich mich heute am zweiten Stimu Tag. 

Die zweite Spritze, welche ich dann heute alleine setzte verlief vollkommen problemlos. Ein äderchen wurde wohl getroffen aber ansonsten ist alles in Ordnung. 

Ich merke hier und da ein ziehen zwischendurch schon mal das Gefühl dass die Eierstöcke explodieren. Aber auch immer mal wieder Momente wo alles ruhig ist. Ich denke also die Eierstöcke arbeiten auf Hochtouren und am Dienstag sind hoffentlich ein paar hübsche Folikel zu sehen. 

Ansonsten habe ich mir eine dicke Erkältung eingefangen. Da ich besonders vorsichtig bin bevor ich irgendwas an Medikamenten zu mir nehme habe ich vorher nochmal die Infos auf der Seite unserer Klinik und das infomaterial was ich zuhause hab durchgeschaut. Tja, ich darf das nehmen was in der Schwangerschaft erlaubt ist. Da Ibuprofen gerade in der frühschwangerschaft wohl die Fehlgeburten Rate steigen lässt (mehrfach gelesen ob es so ist weiß ich nicht sicher) lasse ich da lieber die Finger von. Aspirin geht auch nicht wegen der Punktion. Bliebe Paracetamol, welches ich aber seit meiner Kindheit nicht nehme da ich stark drauf reagiert habe. Nun bleibt nur noch der Weg in die Apotheke. Mal sehen ob der Mann so lieb ist und das gleich für mich macht. 

Stimmungsmäßig geht es mir gut. Ich habe ein positives Gefühl. Zur Zeit überlegen wir noch ob das Embryoskop sich für uns lohnen würde und ob es überhaupt sinnvoll ist. Aber da haben wir ja zum Glück noch ein paar Tage Zeit zu überlegen. 

Los geht’s 

Am Freitag, den 5.2.16 fange ich mit der Stimulation für die erste ICSI an. Meine Gefühle fahren Achterbahn. War ich vor wenigen Wochen noch voller Hoffnung dass es beim ersten Versuch direkt klappt zweifele ich nun und bin mir sicher dass wir mindestens zwei wenn nicht sogar drei versuche brauchen werden. Wenn es überhaupt klappt. 

Es ist einfach alles zu „perfekt“. Ich muss bisher keinen Urlaub für Ultraschallkontrollen nehmen oder auf der Arbeit fehlen. Es sind keine Zysten oder Sonstige Auffälligkeiten sichtbar. Wenn es sofort klappt ist der Termin um des Mannes Geburtstags rum. Ein kleiner Skorpion. Um den Termin an dem die babyparty für die Schwägerin statt findet werde ich voraussichtlich testen können. All das könnte man nun positiv sehen. Aber ich Oller Pessimist sehe es wieder als schlechtes Zeichen. Wieso sollte ich schwanger auf eine babyparty gehen dürfen!? Warum sollten wir überhaupt 2016 noch ein Kind bekommen dürfen!? 

Der Mann ist mein Fels in der Brandung. Er interessiert sich für alles was da passiert, schaut sich Bücher an, macht mir Hoffnung. Denkt positiv. Ich hoffe so sehr dass mit dem Transfer die positive Stimmung wieder kommt. Ich unsere zwei Seepferdchen voller Hoffnung und liebe empfangen kann. Sie sich fest beißen und bei uns bleiben um dann im November gesund und munter auf die Welt zu kommen. Nichts wünsche ich mir sehnlicher und für nichts würde ich mehr kämpfen als für dieses Wunder. Und doch habe ich es überhaupt nicht in der Hand. Und das macht mir eine Riesen Angst!!! 

Es geht weiter

Nachdem das Metformin mir nun in keinerlei Hinsicht half, weder bei der Zyklusregulierung noch beim abnehmen oder Heißhunger auf süßkram habe ich, durch den haus(um)Bau, wesentlich später als geplant endlich einen Termin in der kinderwunschklinik gemacht. Zur Kontrolle und um den weiteren Weg abzusprechen.

Und nun überlege ich wie ich am besten meine Gedanken mitteilen kann, Gedanken nicht mehr nur das Metformin zu wollen, endlich aktiv etwas zu tun und auch einen Erfolg zu sehen, nicht mehr dauernd hoffen zu wollen, nur um dann wieder enttäuscht zu werden. Und der größte Gedanke ist der das ich am liebsten einfach eine künstliche Befruchtung hätte damit wir das was möglich ist versuchen und einfach nicht mehr weiter kämpfen und warten zu müssen.

Aber darf ich dass? Darf ich Ansprüche stellen? Es sind Ärzte, sie können die Situation doch soviel besser einschätzen. Aber möchte ich immer wieder hören dass wir noch jung sind und noch Zeit haben, ich erstmal abnehmen solle (was ich versuche). Denken die Ärzte wirklich dass man deswegen weniger leidet und weniger kämpft? Dass diese Worte weniger schlimm und schmerzhaft sind?

In zwei Wochen ist der Termin. Ich hoffe und habe Angst. Teufelskreis.

Herzfreundin

Die Herzfreundin ist einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben. Bisher war sie immer eher der Einzelkämpfer und auf sich gestellt. Wollte einen Beruf ausüben und eigene Kinder waren nie ein Thema. Umso mehr freute ich mich als ihr eher zufällig rausrutschte dass sie seit einiger Zeit in einer Partnerschaft sei. Nachdem ich meine Sprachlosigkeit überwunden hatte Sprachen wir über das, über was Frauen halt so sprechen. Irgendwann kamen wir auf das Thema Kinder. Und plötzlich war es gar keine Frage mehr. Sie will Kinder und wenn es nach ihr ginge sofort. Ich freute mich so sehr und wir stellten uns vor wie es sein würde. Plötzlich war da mehr Verständnis als die ganzen letzten Jahre. Sie ist die einzige die immer genau über unseren Kinderwunsch Bescheid wusste und mitfieberte. Aber diese Art Verständnis die nur ein Mensch hat welcher selbst den Wunsch und die Sehnsucht nach einer eigenen Familie hat, die fehlte. Umso toller war dass alles. Und auch jetzt freue ich mich immer noch unglaublich. Sollte sie schwanger sein eines Tages werde ich Patentante. Das ist so unglaublich wundervoll.

Aber wie über alles im Leben denke ich noch lange über Dinge nach. Und irgendwann kamen Gedanken über unseren Kinderwunsch hinzu und die Angst dass sie mir eines Tages mitteilt dass sie schwanger sei. Zu einem Zeitpunkt an dem wir noch immer an der selben Stelle stehen wie heute, die Ungewissheit haben ob wir je selber ein eigenes Kind bekommen werden. Und plötzlich ist die Sicherheit in ihr jemanden zu haben der definitiv in der nächsten Zeit nicht schwanger sein wird dahin. Und auch wenn ich mich unglaublich freue habe ich eine Riesen Angst dass eines Tages alle Freunde und Bekannte schwanger sein werden oder gerade ein Kind bekommen haben und wir immer noch kämpfen und hoffen müssen. Und dann fühle ich mich wieder schlecht weil ich so etwas denke… Es ist ein Teufelskreis, ich sag es euch!

Januar 2015

Im Januar haben wir mit der Sanierung des Hauses begonnen. Ein Raum musste komplett neu gemacht werden. Wir haben die Erfahrung gemacht dass motivtapete bei recht niedrigen Decken der absolute Mist ist. Aber 70€ wollten wir jetzt auch nicht umsonst ausgegeben haben. Somit haben wir es irgendwie geschafft die neue Wand zu tapezieren. Es kostete Nerven.

Das Nordseemädchen kam aus ihrem Skiurlaub wieder und die Schule fing wieder an. Ende Januar machte uns das Mädchen wahnsinnig stolz mit einem wirklich grandiosen Zeugnis.

Was die umzugspläne anging kamen wir kein Stück weiter. Es wartet noch soviel Arbeit auf uns. Fußböden müssen erneuert werden, Wände gestrichen werden. Die Küchenwand muss vermessen und mit Paneelen verschönert werden. In unserer Wohnung sind wir am ausmisten und wegwerfen. Transporter müssen wir mieten um die Fußböden zu transportieren.

Und dann nähert sich auch noch der Frühling. Erste gartenprojekte entstehen in unserer Fantasie und wir freuen uns auf einen fantastischen Frühling. Und einen Sommer zur Erholung.

Was den Kinderwunsch anging habe ich lediglich die Erkenntnis gesammelt dass Metformin nicht dass ist für was die Ärzte es halten. Seit behandlungsbegin habe ich meine Regel nicht mehr gesehen. Als ich im Januar wegen Krankheit die Tabletten ein paar Tage nicht nahm trudelte die erste schmierblutung ein. Ich machte zuvor sogar schon schwangerschaftstest weil ich glaubte es hätte geklappt. Pustekuchen. Ich hatte einen vorsorgetermin bei meiner Gynäkologin. Die Besuche dort sind jedes Mal Balsam für meine Seele. Sie machte mir soviel Hoffnung und gab mir soviel Optimismus mit auf den Weg dass ich mit einer Sicherheit dort raus ging. Der Sicherheit dass ich 2015 auf jeden Fall schwanger sein werde. Es wird klappen. Irgendwie. Irgendwann. Alles hat seinen Grund im Leben, vielleicht werde ich irgendwann verstehen weshalb wir so lange um unser Wunschkind kämpfen müssen.

Das war der Januar bei Familie Nordseeleben. Und wenn ich es schaffe Blogge ich nun öfter.

Gedankenkram zum Kinderwunsch

Immer mal wieder kommt da der Gedanke hoch wie dass alles so wird wenn wir jetzt in der kiwu klinik starten.

Ich habe quasi zeitgleich die Möglichkeit eine Fortbildung zu machen für etwa ein Jahr. Diese würde noch einmal finanzielle Sicherheit bedeuten und eine bessere Chance zum wiedereinstieg in den Beruf (wobei die Chancen da sowieso nicht schlecht sind).

Wenn ich darüber nachdenke dass ich durch eine künstliche Befruchtung, oder andere Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin schwanger werde ist da auf der einen Seite unglaubliche Freude und Hoffnung – auf der anderen Seite aber auch der Gedanke was aus der Fortbildung wird. Ich weiß ich kann diese auch in 2 Jahren noch machen, aber ich habe einfach dass Gefühl mein Glück herauszufordern – was vielleicht nicht gerade glücklich ausgedrückt ist – der kopf ist es der mir immer wieder die Vorteile des vielleicht „vernünftigeren“ Weges aufzählt – dann geh ich dahin und werde dank Medizin endlich schwanger, mache also genau das Gegenteil davon vernünftig zu sein.
Das Herz ruft aber: Sei doch einfach mal nicht vernünftig,  quäle dich nicht länger und geb der Medizin ihre chance!

Es ist eigentlich total schwachsinnig, denn wenn man seit über 5 Jahren nur auf die Erfüllung des kinderwunsches wartet erscheint der Gedanke vom kopf wirklich lächerlich.

Ich glaube auch würde es einfach endlich auf normalen Weg klappen wären diese zweifel nicht, es wäre einfach die Erfüllung eines riesigen Wunsches, einer Sehnsucht die mich oft schon tage und Nächte lang hat weinen lassen, die mich an mir als Frau hat zweifeln lassen weil mein Körper nicht in der lage ist dass scheinbar natürlichste der Welt zu schaffen.

Und dann ist da noch die Angst. Unglaubliche Angst dass auch eine künstliche Befruchtung uns nicht helfen kann. Dass wir die drei versuche welche von der kasse zum teil gezahlt werden machen und noch immer keine Schwangerschaft erreicht haben. Angst vor dem „und dann?“ und vielleicht auch Angst vor dem Gedanken wie ein leben ohne ein eigenes, leibliches kind sein wird. Diejenigen die mich kennen wissen dass das nordseemädchen unser „pflegekind“ ist. Ohne je eine Schwangerschaft erlebt zu haben.

Mein Traum war es immer einmal jung Mutter zu werden. Schon früh wusste ich, ich werde einmal Mama sein, ich werde Kinder bekommen und möchte für meine Kinder das was ich nie hatte: Viele Geschwister! Drei Kinder wollte ich mindestens…jetzt ist da ein riesiges loch und die frage ob es je so sein wird.

Sollte es klappen und ich schwanger werden wird dass Nordseemädchen schon so alt sein dass sie fast schon als babysitter einspringen kann wenn wir mal Paarzeit brauchen. Ich wollte einen geringen Altersabstand. Und wenn ich sehe dass Freunde in den Jahren in denen wir unseren unerfüllten kinderwunsch leben schon 2 oder 3 Kinder bekommen haben könnte ich schreien.

Am Mittwoch ist der erste Termin in der neuen kiwuklinik. Ich habe soviel Hoffnung und zeitgleich unglaublich viel Angst. Ich bin dankbar einen Mann zu heiraten haben welcher mich bei jedem meiner Wege unterstützt, egal welchen Weg ich wähle, welcher mit mir aber auch alle möglichen Wege durchgeht, mir aber 1000% vertraut. Ich bin dankbar für alles was ich habe, dafür dass wir dass Nordseemädchen bei uns haben und doch fühle ich dass wir nicht komplett sind. Da fehlt noch jemand und ich hoffe irgendwann werde ich einmal dieses Gefühl erleben dürfen um sagen zu können: Wir sind komplett!